„Alle wollen das Beste – aber wer entscheidet?“
Entscheidungen treffen im Spannungsfeld von Selbstbestimmung, Fürsorge und rechtlicher Verantwortung
Kurzbeschreibung
Entscheidungen im Pflegealltag können im Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung und Fürsorge sowie zwischen Beteiligten mit unterschiedlichen Ansichten rechtlich und ethisch schnell anspruchsvoll werden. Angehörige, gegebenenfalls verschiedene Bevollmächtigte, gesetzliche Betreuer*innen und Pflegekräfte haben jeweils eine unterschiedliche Beziehung zu den betroffenen Menschen mit Pflegebedarf und schätzen deren Bedürfnisse und Willensäußerungen teilweise unterschiedlich ein.
Von den scheinbar einfachen Alltagsentscheidungen, zum Beispiel zum Essen oder zur Kleidung, bis hin zu freiheitsentziehenden Maßnahmen, die oft als solche verkannt oder unterschätzt werden, oder bis hin zu Entscheidungen am Lebensende bewegen sich Pflegekräfte und alle weiteren Beteiligten in einem Feld, das im zwischenmenschlichen Miteinander von rechtlichen Regelungen durchzogen ist. Als professionell Agierende ist deren Kenntnis essenziell – allein, um Fragen wie „Wer muss / sollte / kann / darf (nicht) in diese und jene Entscheidung einbezogen werden beziehungsweise sie treffen?“ beantworten zu können und damit im Handeln eine klare Orientierung zu haben.
Diese Fortbildung bietet Gelegenheit, sich die Situationen, in denen Sie als Pflegekraft, Mitarbeitende*r im Sozialdienst oder Alltagsbegleiter*in alltäglich agieren, mit Fokus auf die Selbstbestimmung der pflegebedürftigen Menschen in ihrem Lebens- und Beziehungskontext bewusst zu machen. Auf Basis ethischer Werte und rechtlicher Regelungen reflektieren Sie Ihr eigenes Handeln und Ihre eigene Rolle im Beziehungsgefüge.
Idealerweise haben Sie als Teilnehmer*in Ihre Kolleg*innen noch vor der Fortbildung zu schwierigen bzw. unklaren Entscheidungen im beschriebenen Spannungsfeld befragt und bringen deren sowie Ihre eigenen Fragen mit in die Fortbildung.
Ziele/Kompetenzen
Am Ende der Fortbildung
haben Sie einen Überblick über die rechtlichen Grundlagen des Betreuungsrechts, darunter die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen, das Grundgesetz, rechtliche Betreuung, Vorsorgevollmachten, Bevollmächtigung, Patientenverfügungen sowie relevante Verfahren.
reflektieren Sie Ihre Rolle als professionell Handelnde in Pflege, Betreuung oder Beratung im Beziehungsgefüge von Menschen mit Pflegebedarf aus systemischer Perspektive.
setzen Sie sich mit eigenen Fragestellungen aus dem beruflichen Alltag im Kontext von Selbstbestimmung, Fürsorge und Entscheidungsfindung bei unterschiedlichen Sichtweisen auseinander und gewinnen mehr Handlungs- und Entscheidungssicherheit.
haben Sie einen Überblick über ausgewählte Ansätze und Methoden der professionellen Begleitung von Menschen mit Pflegebedarf mit Bezug zum Betreuungsrecht, z.B. unterstützte Entscheidungsfindung, ethische Fallbesprechung, den Werdenfelser Weg oder ReduFix, und wissen, wie Sie sich dazu weiterführend informieren können.
nutzen Sie den Austausch, um sich mit anderen Teilnehmenden zu vernetzen.
Inhalte
Rechtliche Grundlagen des Betreuungsrechts kennenlernen, darunter das Recht auf Selbstbestimmung, Vorsorgevollmachten, gesetzliche Betreuung und Patientenverfügungen
Die eigene professionelle Rolle im Beziehungsgefüge von Menschen mit Pflegebedarf reflektieren – in einfachen wie in komplexen Entscheidungssituationen und Dilemmata
Konkrete Fälle aus der beruflichen Praxis bearbeiten mit Bezug auf Selbstbestimmung und Betreuungsrecht
Einen Überblick über spezielle Ansätze und Methoden der professionellen Begleitung gewinnen, darunter unterstützte Entscheidungsfindung, ethische Fallbesprechung, der Werdenfelser Weg und ReduFix
Zielgruppe
Mitarbeiter*innen des Sozialdienstes, Pflegekräfte, Alltagsbegleiter*innen
Seminargebühren
225,00
€ für Mitgliedseinrichtungen
250,00
€ für Nichtmitgliedseinrichtungen
Zzgl. Verpflegungspauschale: 30,00 €
Ansprechperson
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Als Inhouse-Angebot anfragen03.11.2027
79100 Freiburg
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