Jetzt ist er tot der Mensch, und nun?
Rechtliche Fragestellungen rund um den Tod von Klient*innen
Kurzbeschreibung
„Jetzt ist er tot – und jetzt?“ – diese Frage stellt sich in stationären Pflegeeinrichtungen regelmäßig. Leben und Sterben liegen hier nah beieinander, und doch verlangt jeder Todesfall einen Moment des Innehaltens. Für Mitarbeitende bedeutet er nicht nur Abschied, sondern auch eine Vielzahl organisatorischer und rechtlicher Aufgaben, die sensibel und zugleich professionell bewältigt werden müssen. Unter hohem Zeitdruck müssen hochsensible Fragen entschieden werden.
Was darf am Körper verändert werden (zum Beispiel: Darf gewaschen werden? Dürfen Katheter oder Zugänge entfernt werden?), wie schnell muss ich den zuständigen Arzt oder die Ärztin informieren? Welchen medizinischen Dienst muss ich wann informieren (Hausärzt*innen oder Bereitschaftsdienst)?
In welchen Kleidern will der Mensch seine letzte Reise antreten? Was passiert mit seinen Sachen? Mit wem darf ich über den Todesfall sprechen?
Der Kurs möchte Mitarbeitende in der stationären und in der ambulanten Pflege sowie in ambulant betreuten Wohngemeinschaften unterstützen, einen sicheren Umgang mit diesen Fragen zu entwickeln. Dabei sind die Teilnehmenden im geschützten Veranstaltungsrahmen auch dazu eingeladen, rechtliche Fragen zu stellen, die im Alltag häufig unbeantwortet bleiben.
Ziele/Kompetenzen
Am Ende der Fortbildung
berücksichtigen Sie den Willen der verstorbenen Person im Kontext des Bestattungsrechts und beziehen diesen in Ihr Handeln ein.
reflektieren Sie Ihre Rolle im Umgang mit Angehörigen und entwickeln Strategien für eine klare, respektvolle und professionelle Kommunikation.
vertiefen Sie Ihr Wissen über grundlegende Vorschriften für die organisatorischen Schritte nach dem Tod einer Person und ordnen diese sicher in Ihren Arbeitsalltag ein.
tauschen Sie sich über Erfahrungen im Team aus und entwickeln gemeinsame, tragfähige Vorgehensweisen für den Umgang mit Todesfällen.
stärken Sie Ihre Sicherheit im Umgang mit rechtlich sensiblen und emotional belastenden Situationen und fördern eine würdevolle Praxis in Ihrer Einrichtung.
entwickeln Sie Handlungssicherheit im Umgang mit persönlichen Gegenständen im Bewohnerzimmer und berücksichtigen dabei rechtliche sowie ethische Aspekte.
wenden Sie Grundsätze des Datenschutzes auf den digitalen Nachlass an und erkennen mögliche Konfliktfelder im Umgang mit Angehörigen.
Inhalte
Pflegerische, organisatorische und rechtliche Schritte klären nach dem Tod von Klient*innen
Postmortales Persönlichkeitsrecht einordnen (Schutz des Andenkens sowie Rechte an Bild und Wort)
Urheberrechtliche Fragen im Todesfall klären (Rechte der Erbenden an Texten, Bildern oder Musik
Datenschutz und digitalen Nachlass verantwortungsvoll handhaben (Accounts, Passwörter, Daten, mögliche Konfliktfelder)
Bestattungsrecht (Vorrang des Willens der verstorbenen Person)
Zielgruppe
Der Kurs richtet sich an alle Mitarbeitenden einer Einrichtung/ Wohngemeinschaft. Es ist erwünscht, dass auch leitende Mitarbeiter*innen daran teilnehmen. Die Veranstaltung ist für maximal 25 Personen ausgelegt. Zur Zielgruppe des Kurses gehören Mitarbeiter*innen aus den Bereichen Pflege, Eingliederungshilfe, Betreuung, Verwaltung, Sozialdienst. Die Fortbildung gilt als Jahresfortbildung für Fachkräfte und Fortbildungsverpflichtung für Betreuungskräfte (2 Tage/anno).
Seminargebühren
230,00
€ für Mitgliedseinrichtungen
255,00
€ für Nichtmitgliedseinrichtungen
Ansprechperson
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Als Inhouse-Angebot anfragen22.09.2027
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